Die Musiker |
Die Sänger
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Inés
Arce (81) begann zu singen, als sie fünf Jahre alt war, und seitdem
hat sie nie mehr damit aufgehört. Als sie 48 war, hörte
ihr Nachbar El Chino sie singen. Er liebte ihre Stimme und nahm sie mit
in die Bar. Von da an sang sie dort 26 Jahre lang jedes Wochenende. Doch
nach El Chinos Tod ist sie kaum mehr aufgetreten. Wenn sie Glück
hat, bekommt sie einen Job als Sängerin in einem heruntergekommenen
Restaurant oder auf einer Geburtstagsfeier. Sie vermisst die Nächte
in der „Bar El Chino“ und würde alles dafür geben,
noch einmal mit ihren Freunden singen zu können. |
Julio César Fernán (58) war in den 70er
Jahren einer der vielversprechendsten jungen Tangosänger in Buenos
Aires. Er verdiente mit dem Singen viel Geld und ist sogar mit Anibal
Troilo, einem der berühmtesten Bandoneonspieler der Geschichte des
Tangos, aufgetreten. Leider ist Tango aber nicht seine einzige Leidenschaft.
Er liebt auch die Frauen und „noch etwas ein bisschen gefährlicheres“ -
die Pferderennen. Julio hat nie geheiratet und lebte bis vor kurzem noch
immer mit seiner neunzigjährigen Mutter in einer Zweizimmerwohnung. |
Horacio
Acosta (70), Sohn einer Musikerfamilie, sang mit einigen der besten Tangoorchester
der 60er Jahre und war standing ovations nach seinen Shows gewöhnt. Doch
dann wurde das Leben härter. Er musste verschiedene Jobs annehmen,
wurde krank und gerade als er sich wieder erholte, starb seine Frau.
Nach und nach verlor Horacio alles, konnte die Hypothek nicht mehr bezahlen
und musste in ein kleines Zimmer im Hinterhof des Hauses ziehen, das
ihm noch bis vor kurzem gehörte. |
Walter Barberis (70) kam nach dem Krieg aus Italien nach Buenos Aires. Seit seiner Jugend liebte er es, Gitarre zu spielen und zu singen. Als er die „Bar El Chino“ entdeckte, wo sein Sohn öfters Tango sang, verliebte er sich sofort in diesen Ort und begann auch dort zu singen. Er sprach häufiger über den Schmerz, das eigene Land verlassen zu müssen, um im Ausland zu leben, aber auch über die kreative Kraft, die in dieser Entwurzelung liegt. Er sagte immer, dass die Mehrheit der Tangos von den Nachkommen der italienischen Einwanderer geschrieben wurden... und er hat damit vollkommen Recht. |
Abel Frías (65), Gitarrist, ist auf dem Land
geboren und kam als junger Mann nach Buenos Aires. Seitdem verdiente
er sich sein Brot mit seiner Gitarre. Immer auf der Straße, immer
auf der Suche nach dem nächsten Ort zum Spielen. Viele Nächte
verdiente er nicht einmal genug für den Bus und musste nach Hause
laufen. Das änderte sich, als er begann, in der „Bar El Chino“ zu
spielen. 18 Jahre lang begleitete er dort ohne Unterbrechung an jedem
Wochenende die Sänger. Er kannte sie so gut, dass er merkte, wenn
jemand keine so gute Nacht hatte und spielte dann etwas tiefer. Alle
Sänger liebten ihn dafür. Eine Woche nach dem Tod von El Chino
ging Abel weg und kehrte nie mehr in die Bar zurück. |
Das Orchester
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